In die Vergangenheit gehen ?

heute stolperte ich über folgende Aussage:

>>
Du kannst dich nicht selber finden, indem du in die Vergangenheit gehst.
Du findest dich selber, indem du in die Gegenwart kommst.
Eckhart Tolle<<
Hm.. , dachte ich mir, wer geht wirklich IN die Vergangenheit hinein?

Meist wiederholt man doch nur die Bilder so wie eh und je. Und weil man nicht hineinlauscht, nicht Abstand genug nimmt um neu in das WIE der Erlebnisse und der Entwicklungen zu kommen, bleibt "Vergangenheit" fassadenartige Vorstellung.

Wenn man aber achtsam hinschaut, vielleicht sogar mit Entdeckerfreude, kann man im eigenen Schicksal so etwas wie die eigene "Handschrift" entdecken. Dann kommt man mehr zu sich und stärker in die Gegenwart, als wenn man endlos über Vergangenes grübelt oder es ganz verdrängt.

Wer seine Vergangenheit ganz und gar vergäße, könnte nicht mehr die Persönlichkeit sein, die er ist. Ohne Vergangenheit würde man sein Haus auf Treibsand bauen, wär man in seinem Jetzt nur im bodenlosen Wolkenkuckucksheim...
«Nicht was wir erleben,
sondern wie wir empfinden,
was wir erleben,
macht unser Schicksal aus.»  
Marie von Ebner-Eschenbach
Nur wer den Menschen liebt, wird ihn verstehen.
Wer ihn verachtet, wird ihn nicht einmal sehen.
Christian Morgenstern

Das Rätsel

Manchmal, da frage ich leise
wohin mein Weg mich wohl führt,
und wenn ich lache und weine,
wer ist es, der dies alles spürt?


Und wenn ich dich innig liebe,
o Menschenkind in der Zeit,
wer liebt dich durch meine Gefühle,
durch Tode und Ewigkeit?

Ein Rätsel bin ich mir selber,
ein Rätsel auf sprachlosem Mund,
ein Bote aus uralten Zeiten,
ein Flüstern aus tiefstem Grund:

"Ich bin es, der durch dich lebte
im tiefenden Traume der Zeit,
und wirst du mich einmal erkennen,
dann bist auch du selber befreit!"

J.W. Busch
Tage, wenn sie scheinbar uns entgleiten,
gleiten leise doch in uns hinein,
aber wir verwandeln alle Zeiten;
denn wir sehnen uns zu sein ...
Rainer Maria Rilke
Das Ziel ist dies: mich immer dahin zu stellen, wo ich am besten dienen kann, wo meine Art, meine Eigenschaften und Gaben den besten Boden, das größte Wirkungsfeld finden. Es gibt kein anderes Ziel.
Hermann Hesse, "Narziß und Goldmund"
„Ich schreibe, um zu entdecken,
was ich weiß“
Flannery O'Connor
"Der beste Weg, jemanden zu lieben ist nicht, ihn zu ändern.
Sondern: Ihn dabei zu unterstützen, die beste Version
seiner selbst hervorzubringen."
- Christian Sander -
Das klare Todesbewusstsein von früh an
trägt zur Lebensfreude, zur Lebensintensität bei.
Nur durch das Todesbewusstsein erfahren wir
das Leben als Wunder.
Max Frisch
apropos Licht+Liebe:
Wenn man immer nur in Richtung Sonne guckt,
sieht man nie (s)einen Regenbogen !
J.M. Hesse
Das wahre Maß
für das Gelingen im Leben eines Menschen
ist die Zunahme von Zärtlichkeit und Reife

Mahatma Gandhi
(1869-1948)

Wer richtig liebt, der findet sich selbst.
Die Meisten aber lieben, um sich zu verlieren.
Hermann Hesse
Sieh, das ist Lebenskunst:
Vom schweren Wahn des Lebens sich befrein,
fein hinzulächeln übers große Muß.
Christian Morgenstern
"Das erste was zu lernen ist ist das Stehenlernen. Das wir in den Wirrsalen des Lebens einen sicheren Halt haben. Dass wir sicher jedem Ereignis wie es auch kommen mag, ins Auge schauen."
 Rudolf Steiner

Die freie Begegnung

Durch Wünsche, die in unklar formulierten Worten heimlich leben, nehmen sich die Menschen gegenseitig Versprechungen ab.
Durch ihre Versprechungen treiben sie sich gegenseitig in die Pflicht.
Und in der Pflicht verlieren sie das Wunder der freien Begegnung, das sie anfangs doch mit großer Dankbarkeit erfüllte.

Getrost das Leben schreitet
zum ewgen Leben hin;
von innrer Glut geweitet
verklärt sich unser Sinn.
Die Sternenwelt wird zerfließen
zum goldnen Lebenswein,
wir werden sie genießen
und lichte Sterne sein.

Die Lieb ist frei gegeben,
und keine Trennung mehr.
Es wogt das volle Leben
wie ein unendlich Meer.

Nur eine Nacht der Wonne -
ein ewiges Gedicht -
und unser aller Sonne
ist Gottes Angesicht.

- Novalis -
Schweigen ist eine der großen Künste der Konversation.
William Hazlitt (England, 10. 4. 1778 - 18. 9. 1830)
Müde macht uns Arbeit,
die wir liegenlassen,
nicht die, die wir tun
Marie von Ebner-Eschenbach
Manchmal fühlt sie: Das Leben ist groß,
wilder wie Ströme die schäumen,
wilder wie Sturm in den Bäumen.
Und leise läßt sie die Stunden los
und schenkt ihre Seele den Träumen.
Rainer Maria Rilke
Angenehm ist am Gegenwärtigen die Tätigkeit,
am Künftigen die Hoffnung
und am Vergangenen die Erinnerung

Aristoteles
Mut besteht nicht darin, dass man die Gefahr blind übersieht,
sondern darin, dass man sie sehend überwindet.
Jean Paul
Handreichung

Mit deiner Hand reichst du mir, Freund, das Leben,
Es will durch meine Hand, die sich dir reicht, sich geben,
So wie der Freund, der unsern Weg begleitet,
Der uns umarmt, der uns das Herze weitet.

So werden Menschen einstmals tief erleben,
Dass wenn die Hand sie reichen, Menschlichkeit erstreben,
Das Leben selbst, sie eint, sie endlos liebt,
Dass in des andern Hand die eigne Hand sich gibt!

Denn tief liegt in der Freundschaft noch verborgen,
Was uns einst hebt aus Angst und Not und Sorgen.
Noch unerkannt - der Freundschaft reine Triebe:
Einst werden Frucht sie, Blüten sein, der Liebe!
Johann Wolfgang Busch
Der Sitz der Seele ist da, wo sich Innenwelt und Außenwelt berühren. Wo sie sich durchdringen, ist er in jedem Punkte der Durchdringung. Wir müssen suchen, eine innere Welt zu schaffen. Nach innen geht der geheimnisvolle Weg.
Novalis

Wie ich dir begegnen möchte



Ich möchte dich lieben, ohne dich einzuengen.
Ich möchte dich wertschätzen, ohne dich zu bewerten.
Ich möchte dich ernst nehmen, ohne dich auf etwas festzulegen.
Ich möchte zu dir kommen, ohne mich dir aufzudrängen.
Ich möchte dich einladen, ohne Forderungen an dich zu stellen.
Ich möchte dir etwas schenken, ohne Erwartungen daran zu knüpfen.
Ich möchte von dir Abschied nehmen, ohne Wesentliches versäumt zu haben.
Ich möchte dir meine Gefühle mitteilen, ohne dich für sie verantwortlich zu machen.
Ich möchte dich informieren, ohne dich zu belehren.
Ich möchte dir helfen, ohne dich zu beleidigen.
Ich möchte mich um dich kümmern, ohne dich ändern zu wollen.
Ich möchte mich an dir freuen – so wie du bist.
(...)

Virginia Satir
Nachts im Wald
Bist du nie des Nachts durch den Wald gegangen,
wo du deinen eigenen Fuß nicht sahst?
Doch ein Wissen überwand dein Bangen:
Dich führt der Weg.
Hält dich Leid und Trübsal nie umfangen,
daß du zitterst, welchem Ziel du nahst?
Doch ein Wissen übermannt dein Bangen:
Dich führt dein Weg.

Christian Morgenstern
Bei der Kunst geht es um mehr, als nur die Kunst. Es geht darum, diese eine Sache zu finden, die dich frei macht.. © Judith Urmes





Mehr Liebe
lebt in dir,
als jemals du
verstehen kannst.
Rumi

 

You have within you more love
than you could ever understand.
Rumi

"Müßiggang ist allen Geistes Anfang." - Franz Werfel

Niederlagen und Stufen

Bei jedem Scheitern legen wir etwas nieder, eben unsere Niederlagen. Daraus wird dann eine Stufe auf die wir steigen können. Ein Weisheitssatz von Anton Kimpfler (frei zitiert)
Es

Es gibt etwas, das ist erstrebenswerter als jedwede Religion.
Es ist selbst keine Religion und kein dogmatisches System.
Es strebt auch keine religiöse Macht hier auf der Erde an.
Es ist Flüstern der Ewigkeit aus unser'm eig'nen Herzen.
Es ist der Freiheit Liebeslied aus unser'm tiefsten Grund.

Johann Wolfgang Busch

Liebe



'Liebe heißt, Wärme auszustrahlen,
ohne einander zu ersticken.
Liebe heißt, Feuer zu sein,
ohne einander zu verbrennen.

Liebe heißt, einander nahe zu sein,
ohne einander zu besitzen.
Liebe heißt, viel voneinander zu halten,
ohne einander festzuhalten.

Liebe ist das große Abenteuer
des menschlichen Herzens.
Spüren Menschen das Herz eines Menschen,
dann kommen sie zum Leben.

Liebe ist der einzige Weg,
auf dem Menschen menschlicher werden.
Allein die Liebe ist das Haus,
in dem wir wohnen können...'

Phil Bosmans
Mut kennt die Wahrheit. Tollkühnheit nimmt sie nicht ernst.

Das Leben ist wie Radfahren.
Um das Gleichgewicht zu halten,
muss man in Bewegung bleiben.

Albert Einstein
Von der Demut vor dem Charisma
(Autorin: Gitta Peyn)

Wir alle werden mit besonderen Gaben, herausragenden Fähigkeiten geboren. Gaben und Fähigkeiten, die so und in dieser Kombination einzig uns eigen sind, niemand anderem.

Wir erwerben sie uns nicht, wir müssen nichts dafür leisten, dass wir sie haben, es liegt keine Anstrengung in ihnen, keine Qual hat uns zu ihnen geführt, sie sind voller Gnade. Sie schenken uns Freude, einen Platz in dieser Welt, wenn wir den Mut haben, ihn für uns zu fordern. Sie machen uns ruhig und vertraut mit uns selbst, sie erfüllen uns, und wenn wir sie erkannt haben und wertzuschätzen gelernt, dann machen sie uns auch zu einem Menschen, der Auge, Gnade, Gemüt und Sinn auf seinen Nächsten auszurichten vermag.

Und weil das so ist, weil wir sehen können, dass sie einfach mitgegeben wurden, können wir erkennen, dass sie in allerhöchstem Maße transzendent sind, dass sie nicht von dieser Welt sind, dass sie uns von Gott mitgegeben wurden. Sie sind ein Geschenk unserer göttlichen Seele an unser Leben und an unsere Welt. Sie gehören uns nicht, und doch machen sie den Kern unseres Seins aus, unseres Wesens, und alles Unglück rührt nur daher, dass wir diesen Kern nicht sehen können, weil diese Welt aufs Besitzen ausgerichtet ist.

Man hat sich selbst, man hat Dinge, man hat sogar einen Lebenspartner und Kinder. Doch nichts auf dieser Welt ist von Dauer, außer unserem Charisma, denn es ist das einzige, was nicht von dieser Welt gekommen ist. Das Charisma ist die Struktur unseres Seins, es ist das Nest, in dem sich unsere Seele ausrichtet. Es kommt von woanders her, und deshalb bleibt es.

Zu erkennen, dass Charisma nicht von dieser Welt ist, dass es von Gott gegeben wurde, zu erkennen, dass es uns nicht gehört: Ist das nicht ein erstaunlicher Gedanke? Und passt er nicht zu vielen anderen, die uns kommen, wenn wir versuchen, uns ein Stückchen Wahrheit einzufangen?

So, wie dieser hier, dass es der Erleuchtung keineswegs egal ist, wie sie erlangt wird, denn sie kann auf Unrecht nur entstehen, wenn es getilgt wird, doch wenn sie erlangt wurde, ist es ihr egal, dass sie erlangt wurde, und das ist essenziell und direkt verbunden mit dem Gedanken, dass uns Charisma nicht gehört. Unser Wesenskern und unsere erleuchtenden Erkenntnisse gehören zusammen. Die Erleuchtung ist nichts anderes, als zu erkennen, was der Fall ist und was es braucht, um zu sehen, was der Fall ist, und das ist Mitgefühl, Empathie. Und Mitgefühl und Empathie sind nur erreichbar, wenn wir Respekt hegen können vor uns selbst, doch was ist Respekt? Ist nicht Respekt zunächst und vor allem erst einmal das Gefühl vor etwas, was selten und würdevoll ist? Muss nicht Respekt stets verbunden sein mit Demut, sonst verheiratet er sich mit Neid?

Und wenn wir ihn erlangt haben, diesen Respekt vor uns selbst und diese Demut vor unserem Charisma, dann haben wir erkannt, dass wir, unser gesamtes einzigartiges Ich voller Wert sind und dass dies für jeden einzelnen Menschen gilt und dass jeder einzelne Mensch in seinem Wesenskern von göttlicher Natur ist, göttlichen Ursprungs, in die Welt hineingeschenkt, nicht von dieser Welt.

„Namasté“ sagen die Inder: „Ich grüße den Gott in dir!“ sagen sie.

Wir haben ein Recht darauf, stolz zu sein auf die Einzigartigkeit unseres Seins und darauf, was wir mit unserem Charisma in dieser Welt tun. Wir erkennen, dass wir unser Charisma tun, dass es uns leicht fällt, und weil es uns leicht fällt, kann der Stolz auf uns selbst kein Besitzstolz sein, sondern es muss ein Stolz sein darauf, in einer lebendigen göttlichen Seele zu ruhen, die sich in Freude und Mitgefühl und Liebe in dieser Welt erfüllt, weshalb es ein fließender Stolz ist, kein seiender.

Aller Schmerz in dieser Welt kommt vom Besitzen her. Und das gilt auch für das Charisma. Wenn wir versuchen, jemand zu sein, werden wir zwangsläufig immer jemand anders. Nur dann, wenn wir erkennen, dass das, was uns vollkommen und einzigartig macht, von Gott gekommen ist und von Gott lebendig gemacht wird, kann es uns mit jener trunkenen Freude und jener trunkenen Liebe zu allem Lebendigen erfüllen, dass wir frei von Schuld demütig sein können, denn wir schulden Gott nichts, Gott verschenkt sich ohne zu verlangen.

Und so tun auch wir es! Dieses großartige Geschenk in uns auszubauen und in die Welt zu tragen, ist unsere Unterstützung der Arbeit Gottes, dass wir seine Gaben mit noch mehr Leben füllen, und so erkennen wir die größte aller Gaben, die uns mitgegeben wurden: Dass wir Anteil haben an der Schöpfung selbst, denn wir spüren, wenn wir so tun, dass WIR es sind, dass WIR es leben, dass WIR genau da mitten drin sind, und das bedeutet, wir sind in Gott.

Es spielt keine Rolle, ob du an Gott glaubst oder nicht, um diesen Gedanken zu folgen. Es ist bedeutungslos, welcher Religion du zugehörig bist, ob du ein spiritueller Freigeist sein möchtest oder den atheistischen Gedanken liebst, denn wenn du mir bis hierhin gefolgt bist, hast du gesehen, dass es etwas in dir gibt, das nicht von hier stammt, dass ein großartiges Spiel mit Myriaden von Möglichkeiten etwas geschaffen hat, das leicht und einzigartig ist und das dir einen Platz gezeigt hat für und in dieser Welt.

Es ist große Schönheit in diesem Gedanken, denn er macht uns frei, und was uns frei macht, ist immer wahr. Er zeigt uns, dass wir keinen Besitz brauchen, denn das Wertvollste, was unser Eigen ist, ist nicht von besitzender Natur, sondern von geschenkter. Eine große Gnade wurde jedem Einzelnen von uns zuteil, und ich bin davon überzeugt, dass die Einsicht in diese Gnade die Welt heilen kann, denn die Welt ist krank, weil wir besitzen wollen, und der Gedanke an Besitz ist nicht vereinbar mit dem Gedanken an Charisma, er ist bestenfalls ebenfalls als Geschenk vereinbar, und dann erkennen wir, dass er sich einfügen muss in unser Charisma, sonst ist er nicht von Wert.

Mit etwas Mut können wir den Blick abwenden vom Besitz hin auf das Charisma und woher es kommt, und dann erkennen wir die Gnade, und wenn wir die Gnade erkannt haben, werden wir umgehend glücklich und wenn wir glücklich geworden sind, erfüllt uns das Mitgefühl gleich einem strömenden Fluss der Liebe, denn daraus wird es geboren, aus der Liebe, die uns eigen ist, die die größte Kraft in unserem Charisma ist und die selbst göttlicher Natur ist, denn so wurde auch sie uns mitgegeben und gehört uns nicht und darf deshalb frei fließen.

Amen.
Und du wartest, erwartest das Eine,
das dein Leben unendlich vermehrt;
das Mächtige, Ungemeine,
das Erwachen der Steine,
Tiefen, dir zugekehrt.
Es dämmern im Bücherständer
die Bände in Gold und Braun;
und du denkst an durchfahrene Länder,
an Bilder, an die Gewänder
wiederverlorener Fraun.

Und da weißt du auf einmal: das war es.
Du erhebst dich, und vor dir steht
eines vergangenen Jahres
Angst und Gestalt und Gebet.

R.M. Rilke
Das Sterbliche dröhnt in seinen Grundfesten,
aber das Unsterbliche fängt heller zu leuchten an
und erkennt sich selbst.
Novalis
Glaube mir, du hättest nie das Gleichgewicht der schönen Menschheit so rein erkannt, hättest du es nicht so sehr verloren gehabt. Dein Herz hat endlich Frieden gefunden. Ich will es glauben. Ich versteh es. Aber denkst du wirklich, daß du nun am Ende seist? Willst du dich verschließen in den Himmel deiner Liebe, und die Welt, die deiner bedürfte, verdorren und erkalten lassen unter dir? Du mußt wie der Lichtstrahl herab, wie der allerfrischende Regen mußt du nieder ins Land der Sterblichkeit, du mußt erleuchten, wie Apoll, erschüttern, beleben, wie Jupiter, sonst bist du deines Himmels nicht wert.
Friedrich Hölderlin













Alle,
welche dich suchen,
versuchen dich.
Und die, so dich finden,
binden dich
an Bild und Gebärde.

Ich aber will dich begreifen
wie dich die Erde begreift;
mit meinem Reifen
reift
dein Reich.           

 Rainer Maria Rilke
"Ich bin über mich erstaunt, enttäuscht, erfreut. Ich bin betrübt, niedergeschlagen, enthusiastisch. Ich bin das alles auch und kann die Summe nicht ziehen. Ich bin außerstande, einen definitiven Wert oder Unwert festzustellen, ich habe kein Urteil über mich und mein Leben. In nichts bin ich ganz sicher. Ich habe keine definitive Überzeugung - eigentlich von nichts. Ich weiß nur, dass ich geboren wurde und existiere, und es ist mir, als ob ich getragen würde. Ich existiere auf der Grundlage von etwas, das ich nicht kenne.
Die Welt, in die wir hineingeboren werden, ist roh und grausam und zugleich von göttlicher Schönheit. Es ist Temperamentssache zu glauben, was überwiegt: die Sinnlosigkeit oder der Sinn. (...) Wahrscheinlich ist, wie bei allen metaphysischen Fragen, beides wahr: das Leben ist Sinn und Unsinn, oder es hat Sinn und Unsinn. Ich habe die ängstliche Hoffnung, der Sinn werde überwiegen und die Schlacht gewinnen.
Wenn Lao Tse sagt: 'Alle sind klar, nur ich allein bin trübe', so ist es das, was ich in meinem hohen Alter fühle. (...) Und doch gibt es so viel, was mich erfüllt: die Pflanzen, die Tiere, die Wolken, Tag und Nacht und das Ewige in den Menschen. Je unsicherer ich über mich selber wurde, desto mehr wuchs ein Gefühl der Verwandtschaft mit allen Dingen. Ja, es kommt mir vor, als ob jene Fremdheit, die mich von der Welt so lange getrennt hatte, in meine Innenwelt übergesiedelt wäre und mir eine unerwartete Unbekanntheit mit mir selbst offenbart hätte." G. Jung
(Erinnerungen, Träume, Gedanken, S. 360f.)
Und ob dir auch dein schönster Traum gefalle,
und alle Träume, die vorübergehn,
das Leben, wenn wir es nur recht verstehn,
das Leben kommt und übertrifft sie alle.
R. M. Rilke
Wer gegen den Wind durch die Gegend geht,
dass der Sturm allen Ärger aus ihm weht,
kehrt aus dem Gezerr und Gebrüll und Gebraus
leichter und freier und froher nach Haus.

Josef Guggenmos
'Liebe ist Erkenntnis, Schönheit ist das Geheimnis ihrer Erkenntnis, und so tief ist dies Geheimnis, daß es sich keinem mitteilt als nur dem Liebenden.'
Bettina von Arnim: Goethes Briefwechsel mit einem Kinde
'Die Erde liegt im Äther wie im Ei, das Irdische liegt im Himmlischen wie im Mutterschoß, die Liebe ist der Mutterschoß des Geistes.
Es gibt keine Weisheit, keine Erkenntnis des Wahren, die mehr will, als die Liebe zu ihr.'
Bettina von Arnim: Goethes Briefwechsel mit einem Kinde

 
es fragt sich beim phänomenologischen Forschen "...wie weit jemand beim Betrachten eines Zusammenhanges erlebt – nicht klügelt oder spekuliert.
Im Erleben selbst liegen die Quellen, aus denen die Erkenntnisse heraus fließen.“
Rudolf Steiner
Die Jugend hat Heimweh
nach der Zukunft.

Jean Paul Sartre
Der Wunsch, klug zu erscheinen,
verhindert oft, es zu werden.

Francois de La Rouchefoucauld
Mißtraue deinem Urteil über die,
die sich deiner Wertschätzung nicht erfreuen.

Madeleine Delbrel
„Es ist von größter Wichtigkeit, zu lernen über sich selbst zu lachen.“
Katherine Mansfield
Bildung ist das, was übrig bleibt,
wenn wir vergessen, was wir gelernt haben.
Lord Halifax
Das wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen
Karl Jaspers
Was für ein herrliches Leben hatte ich!
Ich wünschte nur,
ich hätte das früher bemerkt.
Colette

Aller höhere Humor fängt damit an,
dass man die eigene Person
nicht mehr ernst nimmt.
Hermann Hesse
Die wahre Lebensweisheit besteht darin,
im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.
Pearl S. Buck
Incipit vita nova. Ich bin ein Neuer geworden, mir selber noch ein Wunder, ruhend und zugleich tätig, empfangend und schenkend, ein Besitzer von Gütern, deren werteste ich vielleicht noch nicht kenne.
Hermann Hesse
Wer nicht in diese Welt zu passen scheint,
ist nahe dran, sich selbst zu finden.
Hermann Hesse
Der Geist, der von uns in die Materie geführt wird,
Die Materie, die von uns bearbeitet wird bis zu ihrer Offenbarung,
Durch die sie den Geist aus sich selber heraustreibt;
Die Materie, die von uns den Geist offenbart erhält,

Der Geist, der von uns an die Materie herangetrieben wird,
Die bilden dasjenige lebendige Sein,
Welches die Menschheit zum wirklichen Fortschritt bringen kann,
Zu demjenigen Fortschritt, der von den Besten in den tiefsten Untergründen der
Gegenwartsseelen nur ersehnt werden kann.
Rudolf Steiner, 1919
"Die größte göttliche Offenbarung ist der sich entwickelnde Mensch. Lernt man diesen sich entwickelnden Menschen nicht bloß äußerlich anatomisch-physiologisch kennen, lernt man erkennen, wie in den Körper Seele und Geist hineinschießen, hineinströmen, dann verwandelt sich jede Menschenerkenntnis in Religion, in fromme, scheue Ehrfurcht vor demjenigen, was aus den göttlichen Tiefen in die weltlichen Oberflächen hineinströmt." Rudolf Steiner
Nur wenige Menschen
sind klug genug,
hilfreichen Tadel
nichtssagendem Lob vorzuziehen

François de La Rochefoucauld
Der größte Hochmut oder der größte Kleinmut
ist die größte Unkenntnis seiner selbst.
Baruch de Spinoza

Es kommt nie und nimmer darauf an, was wir vom Leben zu erwarten haben,
vielmehr lediglich darauf: was das Leben von uns erwartet.
Viktor Frankl
.... ich warte einzig darauf, daß mein Schicksal
mir in einem neuen Bilde entgegentrete.

Hermann Hesse (Demian)
Das Leben ist kein Problem das gelöst,
sondern ein Geheimnis
das gelebt werden will.
Dein wahrer Freund ist nicht –
wer Dir den Spiegel hält der Schmeichelei
worin Dein Blick Dir selbst gefällt!
Dein wahrer Freund ist
wer Dir tilgen hilft die Flecken –
eh andre - deine Feinde sie entdecken.

Friedrich Rückert
Du musst immer tun was du sagst, aber es ist nicht immer ratsam, über alles zu sprechen was du tust. Wenn du sprichst, sage immer die Wahrheit; aber manchmal ist es besser nicht zu sprechen.
Mirra Alfassa - Die Mutter
Und war der Tag nicht dein Freund,
war er wenigstens dein Lehrer. 

Laotse
Dein Wunsch, nicht mehr zu leiden,
ach, schafft nur neues Leid.
So wirst du niemals scheiden
von deinem Trauerkleid.

Du musst es ganz abtragen,
bis auf das letzte Haar,
und einst nur dessen klagen:
dass es nicht dichter war.

Ganz nackend musst du werden
zuletzt, weil es zerfallt
in seinen Stoff aus Erden
von deines Geists Gewalt.

Ganz nackend einst entschreiten,
allein von Licht umfacht,
zu neuen Ort' und Zeiten,
zu neuer Trauertracht - -

Bis du, aus hundert Larven,
ein Gott, so stark, entspringst,
dass du zu Sphärenharfen
die eigne Schöpfung singst.

Christian Morgenstern
Der Anfang aller Weisheit
ist
die Verwunderung.

Aristoteles
Je mehr Leute es sind, die eine Sache glauben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Ansicht falsch ist. Menschen, die recht haben, stehen meistens allein.
Sören Kierkegaard
„Man muss beides verbinden und miteinander abwechseln lassen, Einsamkeit und Geselligkeit. Die eine weckt in uns die Sehnsucht nach Menschen, die andere die Sehnsucht nach uns selbst.“
Lucius Annaeus Seneca
Das Unbewußte ist kein dämonisches Ungeheuer, sondern ein moralisch, ästhetisch und intellektuell indifferentes Naturwesen, das nur dann wirklich gefährlich wird, wenn unsere bewußte Einstellung dazu hoffnungslos unrichtig ist. In dem Maße, wie wir unsere Schatten verdrängen, steigt die Gefährlichkeit des Unbewußten.
C.G. Jung

Herbst


Sprich
eine neue Sprache
damit die Welt
eine neue Welt
wird.


Rumi
Wieviel Schönes ist auf Erden
Unscheinbar verstreut;
Möcht ich immer mehr des inne werden:
Wieviel Schönheit, die den Taglärm scheut,
In bescheidnen alt und jungen Herzen!
Ist es auch ein Duft von Blumen nur,
Macht es holder doch der Erde Flur,
wie ein Lächeln unter vielen Schmerzen.

                                                          Christian Morgenstern
„Setze Deine Ziele groß genug
und die Umstände werden sich
nach Deinen Zielen richten.“

Mahatma Gandhi, eigentlich Mohandas Karamchand Gandhi,
Pazifist, Menschenrechtler und politischer sowie geistiger
Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung,
* 02.10.1869 in Porbandar (Gujarat), Indien,
† 30.01.1948 in Neu-Delhi, Indien